Seit kurzem bin ich Mitglied des Herausgeber-Beirats der Zeitschrift Recht innovativ (Ri). Eine große Ehre für mich! Die Zeitschrift hat es seit ihrer Gründung durch die Herausgeberin Claudia Otto innerhalb weniger Jahre zu einiger Aufmerksamkeit gebracht. Sie hat den Anspruch, Recht und Technik interdisziplinär und interkonnektiv zu erforschen. Juristen reden hier also nicht nur über Technik, sondern wir versuchen mit den Technikern ins Gespräch zu kommen und voneinander zu lernen. Ich freue mich sehr, in diesem Team mitwirken zu dürfen und mich dort inhaltlich mit meinen Schwerpunkten einzubringen.

Hier die Selbstbeschreibung der Zeitschrift:

Die Recht innovativ (Ri) war und ist eine Pionierin unter den juristischen Fachpublikationen. Sie befasst sich tiefgreifend mit den Fragen der Vereinbarkeit von neuen Technologien und altem Recht, sucht innovative Lösungen und untersucht hierbei die Auswirkungen technischer Innovationen auf die Gesellschaft. Ri vermittelt nicht nur professionsübergreifend praxisrelevantes Wissen in einfacher Sprache, sie skizziert Chancen der Digitalisierung unter Beleuchtung der Risiken.

Recht innovativ ist ein interdisziplinäres und international offenes Medium. Adressiert werden nicht nur Juristinnen und Juristen, sondern Gesetzgeber, Entscheider*innen und Interessierte aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik sowie der Justiz. Auch Leserinnen und Leser in der Ausbildung profitieren von Ri-Wissen.

Die Digitalisierung betrifft schließlich uns alle.

RAin Claudia Otto, Herausgeberin https://rechtinnovativ.online/

Gleich zum Einstieg habe ich meine Meinung zum Thema Systemrelevanz mit einem kurzen Artikel unter der Überschrift „Angst vor der eigenen Systemirrelevanz“ beigetragen. Dort geht es noch einmal um die ua von der BRAK und dem DAV teilweise vertretene Forderung, in Corona-Zeiten Rechtsanwälte als „systemrelevant“ zu erklären, damit sie ebenso wie die wirklich für den Betrieb des Gesundheitssystems unersetzlichen Personen ihre Kinder in eine Notbetreuung geben können. Mittlerweile überholen sich die Ereignisse hierzu. Ich kann aus eigener Erfahrung alle verstehen, die derzeit daheim im Schichtbetrieb Familie und Beruf zu vereinbaren versuchen. Aber ich möchte nicht irgendwann einer Person gegenüber treten müssen, die in diesen Zeiten unter enorm belastenden Bedingungen Menschen behandelt hat – also wirklich systemrelevant ist – und ihr dann wie manche Kolleg*innen zu sagen: „Keine Anwälte = kein Rechtsstaat“. Denn darum geht es schlichtweg derzeit nicht. Übrigens glaube ich nicht, dass sich die Mitglieder der als solche systemrelevanten Berufsgruppen derzeit so über das Privileg freuen, ihre Kinder in eine Notbetreuung geben zu können. Die Zeitschrift Ri wird auch derartige Themen aufgreifen und hier erfrischende Akzente setzen. Dann wird es bei mir auch weniger launisch als sachlich, wenn es zum Beispiel erneut um algorithmische Wettbewerbsbeschränkungen geht oder wie Antitrust by Design gestaltet werden kann – oder nicht ausnahmsweise sogar Competition by Design notwendig ist. Es wird aber sicher auch den einen oder anderen Beitrag zum Regulierungsrecht geben.

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Sebastian Louven

Rechtsanwalt Sebastian LouvenIch bin seit 2016 selbstständiger Rechtsanwalt und berate vorwiegend zum Kartellrecht und Telekommunikationsrecht. Weitere Schwerpunkte meiner Tätigkeit sind der gewerbliche Rechtsschutz sowie das Vertriebsrecht und IT-Recht.

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