Breit­band­för­der­maß­nah­men müs­sen sich an dem Maß­stab des Bei­hil­fe­ver­bots aus Art. 107 Abs. 1 AEUV mes­sen. Sie sind unzu­läs­sig, wenn sie den spe­zi­fi­schen Vor­ga­ben nicht ent­spre­chen. Mate­ri­ell-recht­lich folgt aus einer rechts­wid­ri­gen Bei­hil­fe das Durch­füh­rungs­ver­bot gemäß Art. 108 Abs. 3 S. 3 AEUV. Die­ses kann durch Wett­be­wer­ber durch­ge­setzt werden.

Eine Pflicht­auf­ga­be von Zuwen­dungs­emp­fän­gern, die an ein Unter­neh­men eine Bei­hil­fe im Wege der Breit­band­för­de­rung ver­ge­ben wol­len, ist die Durch­füh­rung eines Aus­wahl­ver­fah­rens. Die­ses wird bereits in den EU-Breit­band­leit­li­ni­en sowie den jeweils gel­ten­den För­der­re­geln vorgeschrieben. 

Zusätz­lich gibt es in Art. 52 der Ver­ord­nung (EU) 651/2014 (auch all­ge­mei­ne Grup­pen­frei­stel­lungs­ver­ord­nung genannt) deut­li­che Rege­lun­gen zur Durch­füh­rung eines offe­nen, trans­pa­ren­ten, dis­kri­mi­nie­rungs­frei­en und wett­be­werb­li­chen Aus­wahl­ver­fah­rens. Die­se haben sich in den letz­ten Jah­ren nicht wesent­lich, aber sys­te­ma­tisch leicht geän­dert. In die­sem Bei­trag wol­len wir eine klei­ne Über­sicht zu den rele­van­ten Ände­run­gen in Art. 52 AGVO zum Aus­wahl­ver­fah­ren geben. Des­halb fol­gen­de Syn­op­se zur Vereinfachung:

Gül­tig­keits­zeit­raumArti­kel in VO (EU) 651/2014Wort­lautFund­stel­le der ÄnderungsVO
01.07.2023 bis 21.12.2026Art. 52
Abs. 7 lit. a
Die Bei­hil­fe wird auf der Grund­la­ge eines offe­nen, trans­pa­ren­ten und dis­kri­mi­nie­rungs­frei­en wett­be­werb­li­chen Aus­wahl­ver­fah­rens unter Wah­rung der Grund­sät­ze der Ver­ga­be­vor­schrif­ten und des Grund­sat­zes der Tech­no­lo­gie­neu­tra­li­tät gewährt, wobei das wirt­schaft­lich güns­tigs­te Ange­bot den Zuschlag erhält.Art. 1 Abs. 46 der VO 2023/1315 v. 23.6.2023 (ABl. L 167)
01.08.2021 bis 30.06.2023Art. 52
Abs. 6 lit. a
Die Bei­hil­fe wird Anbie­tern elek­tro­ni­scher Kom­mu­ni­ka­ti­ons­net­ze und ‑diens­te auf der Grund­la­ge eines offe­nen, trans­pa­ren­ten und dis­kri­mi­nie­rungs­frei­en wett­be­werb­li­chen Aus­wahl­ver­fah­rens unter Wah­rung der Grund­sät­ze der Ver­ga­be­vor­schrif­ten und des Grund­sat­zes der Tech­no­lo­gie­neu­tra­li­tät, unbe­scha­det der gel­ten­den Ver­ga­be­vor­schrif­ten, gewährt, wobei das wirt­schaft­lich güns­tigs­te Ange­bot den Zuschlag erhält. Für die Zwe­cke des wett­be­werb­li­chen Aus­wahl­ver­fah­rens legt die Bewil­li­gungs­be­hör­de im Vor­aus objek­ti­ve, trans­pa­ren­te und dis­kri­mi­nie­rungs­freie qua­li­ta­ti­ve Zuschlags­kri­te­ri­en fest, die gegen den bean­trag­ten Bei­hil­fe­be­trag abzu­wä­gen sind. Bei ver­gleich­ba­rer Qua­li­tät erhält der Bie­ter, der den nied­rigs­ten Bei­hil­fe­be­trag bean­tragt hat, die Beihilfe.Art. 1 Abs. 22 der VO 2021/1237 v. 23.7.2021 (ABl. L 270 S. 39)
10.07.2017 bis 31.07.2021Art. 52
Abs. 4
[Unver­än­dert]

Die Bei­hil­fen müs­sen auf der Grund­la­ge eines offe­nen, trans­pa­ren­ten und dis­kri­mi­nie­rungs­frei­en wett­be­werb­li­chen Aus­wahl­ver­fah­rens unter Wah­rung des Grund­sat­zes der Tech­no­lo­gie­neu­tra­li­tät gewährt werden.
Ände­rungs­VO war VO 2017/1084 vom 14.6.2017 Abl. L 156, 1
01.07.2014 bis 09.07.2017Art. 52
Abs. 4
Die Bei­hil­fen müs­sen auf der Grund­la­ge eines offe­nen, trans­pa­ren­ten und dis­kri­mi­nie­rungs­frei­en wett­be­werb­li­chen Aus­wahl­ver­fah­rens unter Wah­rung des Grund­sat­zes der Tech­no­lo­gie­neu­tra­li­tät gewährt werden.ABl. L 187 vom 26.6.2014, S. 1, ber. ABl. L 283 S. 65

Über den Autor

Porträtbild von Dr. Sebastian Louven

Dr. Sebastian Louven

Ich bin seit 2016 selbstständiger Rechtsanwalt und berate vorwiegend zum Kartellrecht und Telekommunikationsrecht. Seit 2022 bin ich Fachanwalt für internationales Wirtschaftsrecht.

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