Heu­te durf­te ich auf Ein­la­dung des VATM ein Web­i­nar zu den aktu­el­len Ent­wick­lun­gen der regu­la­to­ri­schen Streit­bei­le­gung im Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­recht hal­ten. Im Mit­tel­punkt stan­den die letz­ten Erfah­run­gen mit § 145 TKG, die Aus­wir­kun­gen des Giga­bit Infra­struc­tu­re Act (GIA), die aktu­el­len Vor­schlä­ge zum Digi­tal Net­works Act (DNA) sowie die Wech­sel­wir­kun­gen mit dem euro­päi­schen Beihilfenrecht.

Ein wei­te­rer Schwer­punkt lag auf den uni­ons­recht­li­chen Grund­la­gen der regu­la­to­ri­schen Streit­bei­le­gung. Dabei wur­den ins­be­son­de­re die Ent­wick­lung vom EECC zum Digi­tal Net­works Act (DNA), die unmit­tel­ba­re Gel­tung des GIA, die zuneh­men­de Euro­päi­sie­rung der Ver­fah­ren sowie die Ein­bin­dung der natio­na­len Regu­lie­rungs­be­hör­den auch im euro­päi­schen Bei­hil­fen­recht beleuch­tet. Beson­de­res Augen­merk galt der Fra­ge, wel­che Aus­wir­kun­gen die neu­en uni­ons­recht­li­chen Ziel­vor­ga­ben künf­tig auf die Aus­ge­stal­tung und den Ent­schei­dungs­maß­stab regu­la­to­ri­scher Streit­ver­fah­ren haben werden.

Abschlie­ßend wur­den die aktu­el­len gesetz­ge­be­ri­schen Vor­ha­ben auf euro­päi­scher und natio­na­ler Ebe­ne ein­ge­ord­net. Dis­ku­tiert wur­den ins­be­son­de­re der DNA-Ent­wurf der Euro­päi­schen Kom­mis­si­on, die par­la­men­ta­ri­schen Bera­tun­gen im Euro­päi­schen Par­la­ment sowie der deut­sche Kabi­netts­ent­wurf mit den geplan­ten §§ 22a und 22b TKG. Die­se Ent­wick­lun­gen zei­gen, dass regu­la­to­ri­sche Streit­bei­le­gung zuneh­mend Teil einer umfas­sen­de­ren euro­päi­schen Infra­struk­tur- und Wett­be­werbs­re­gu­lie­rung wird und sich ihre Funk­ti­on in den kom­men­den Jah­ren vor­aus­sicht­lich wei­ter ver­än­dern wird.

Ein wei­te­rer Teil des Web­i­nars wid­me­te sich den geplan­ten §§ 22a und 22b TKG. Die­se Rege­lun­gen wer­fen erheb­li­che Fra­gen zum Ver­hält­nis von sym­me­tri­scher Regu­lie­rung, Streit­bei­le­gung und Regu­lie­rungs­ver­fü­gung auf. Als Alter­na­ti­ve habe ich die Mög­lich­kei­ten des all­ge­mei­nen Streit­bei­le­gungs­ver­fah­rens nach dem TKG in den Blick genom­men, ins­be­son­de­re vor dem Hin­ter­grund der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts zur Ver­hand­lungs­pflicht und zur „Schieds­rich­ter­funk­ti­on“ der Bun­des­netz­agen­tur. Abschlie­ßend ging es um kon­kre­te Ansät­ze für zügi­ge­re, vor­her­seh­ba­re­re und effek­ti­ve­re Ver­fah­ren vor der Bundesnetzagentur.

Die regu­la­to­ri­sche Streit­bei­le­gung ent­wi­ckelt sich der­zeit zu einem der dyna­mischs­ten Berei­che des euro­päi­schen Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­rechts. Ich freue mich, die­se Ent­wick­lung wis­sen­schaft­lich, publi­zis­tisch und in der Bera­tung beglei­ten zu dürfen.

Über den Autor

Profilbild des Autors

Dr. Sebastian Louven

Ich bin Rechtsanwalt, Fachanwalt für Internationales Wirtschaftsrecht und Partner bei louven.legal. Ich berate und vertrete Unternehmen im Kartellrecht, in der Telekommunikationsregulierung und in Fragen der digitalen Marktregulierung. Daneben publiziere und lehre ich regelmäßig zu diesen Themen.

Weitere Artikel

TKG-Novelle: Abwägungsvorrang gestrichen

Vor weni­gen Tagen wur­de der Kabi­netts­ent­wurf für ein neu­es TKG ver­öf­fent­licht. Wir hat­ten dar­über berich­tet. Nähe­rem Hin­se­hen erge­ben sich eini­ge Ände­run­gen zum Refe­ren­ten­ent­wurf von Beginn…

Weiterlesen

Newsletter

Updates zum Kartell- und Telekommunikationsrecht